Das Problem wächst mit jedem Shooting
Eine Kamera mit 45 Megapixeln erzeugt pro Auslösung schnell 60 bis 90 MB im RAW-Format. Ein einzelnes Hochzeitsshooting landet damit bei 60 bis 100 GB. Nach zwei Jahren ist jede interne Festplatte voll, und die Suche nach einem bestimmten Bild wird zur Geduldsprobe.
Eine Struktur, die durchhält
Die wichtigste Entscheidung ist die Ordnerstruktur — sie lässt sich später kaum noch ändern. Bewährt hat sich nach Datum, nicht nach Kunde:
2026/
2026-03-14_Hochzeit_Mueller/
RAW/
Auswahl/
Final/
2026-04-02_Portrait_Schmidt/
Das Datum voranzustellen sortiert automatisch chronologisch. Kundennamen im Ordnernamen helfen bei der Suche, ohne dass du eine Datenbank brauchst.
Was ins Archiv gehört — und was nicht
- RAW-Dateien: die Aussortierten kannst du nach der Abgabe löschen. Wer alles behält, archiviert vor allem Fehlbelichtungen
- Bearbeitete Endergebnisse: immer aufheben, das ist die eigentliche Arbeit
- Vorschaudateien und Kataloge: gehören zum Bearbeitungsprogramm, nicht ins Langzeitarchiv
Zugriff über FTPS
Externer Speicher lässt sich per FTPS einbinden — verschlüsselt und mit gängigen Programmen wie FileZilla oder als Netzlaufwerk im Dateimanager. Für das Archivieren abgeschlossener Aufträge ist das ideal: Du schiebst den fertigen Ordner hoch und hast lokal wieder Platz.
Zum Arbeiten ist Netzwerkspeicher dagegen ungeeignet. Bearbeite Bilder lokal und archiviere erst danach — alles andere kostet Nerven.
Das Backup, das wirklich zählt
Ein Archiv ist noch kein Backup. Die 3-2-1-Regel gilt gerade bei Bildern: drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine außer Haus. Praktisch heißt das oft:
- Arbeitskopie auf dem Rechner
- Archiv auf externem Speicher
- Eine zusätzliche Kopie auf einer Festplatte, die nicht am selben Ort liegt
Der entscheidende Punkt: Ein Ransomware-Befall verschlüsselt auch verbundene Netzlaufwerke. Eine Kopie, die nicht dauerhaft eingebunden ist, überlebt so etwas.
Traffic realistisch einschätzen
Beim Hochladen von 100 GB nach einem Shooting entsteht entsprechender Traffic — und beim späteren Herunterladen noch einmal. Wer regelmäßig große Mengen bewegt, sollte beim Speicherpaket auf das enthaltene Traffic-Kontingent achten, nicht nur auf den Speicherplatz.
Der Test, den fast niemand macht
Hole einmal im Jahr ein zufälliges altes Shooting aus dem Archiv zurück und öffne die Dateien. So merkst du rechtzeitig, wenn etwas nicht mehr lesbar ist — und nicht erst, wenn ein Kunde nach fünf Jahren Nachbestellungen möchte.