Warum überhaupt ein Start-Dashboard?
Wer mehrere Dienste selbst hostet, kennt das Problem: Der eine läuft auf Port 8080, der nächste auf einer Subdomain, der dritte nur intern über die IP. Irgendwann verlierst du den Überblick und legst dir ein Wirrwarr aus Browser-Lesezeichen an. Ein Start-Dashboard löst das, indem es alle Dienste auf einer einzigen Seite bündelt — als Kachel-Übersicht mit Links und oft auch mit Live-Status.
Zwei Projekte haben sich in der Self-Hosting-Szene durchgesetzt: Homepage und Heimdall. Beide sind kostenlos, quelloffen und laufen problemlos in einem Docker-Container. Welches besser passt, hängt davon ab, wie viel du konfigurieren willst und ob du Live-Daten aus deinen Diensten brauchst.
Heimdall: schnell und klickbar
Heimdall ist der einsteigerfreundliche Klassiker. Du startest den Container, öffnest die Weboberfläche und legst neue Kacheln komplett über das Menü an — kein Editor, keine Konfigurationsdatei. Für viele bekannte Anwendungen bringt Heimdall vorbereitete Vorlagen mit, die teilweise sogar einen kleinen Status (etwa "online") direkt auf der Kachel anzeigen können.
Das Setup ist denkbar kurz:
docker run -d --name heimdall -p 80:80 -p 443:443 -v /pfad/zu/config:/config lscr.io/linuxserver/heimdall:latest- Anschließend im Browser die Server-IP aufrufen und über das Plus-Symbol Kacheln hinzufügen.
Heimdall eignet sich, wenn du einfach eine hübsche, anklickbare Linksammlung willst und nicht jede Kleinigkeit in Textdateien pflegen möchtest. Die Daten landen im gemounteten config-Ordner, den du bequem per SFTP sichern kannst.
Homepage: maximale Kontrolle über YAML
Homepage (das Projekt gethomepage) geht den umgekehrten Weg: Du konfigurierst alles über YAML-Dateien. Das klingt erst nach mehr Aufwand, gibt dir aber deutlich mehr Möglichkeiten — vor allem bei den Widgets. Homepage kann sich per API mit vielen gängigen Diensten verbinden und dann echte Werte anzeigen: freier Speicher, laufende Downloads, Anzahl der Container und Ähnliches.
Der Start sieht so aus:
docker run -d --name homepage -p 3000:3000 -v /pfad/zu/config:/app/config gethomepage/homepage:latest- Beim ersten Start legt Homepage die Konfigurationsdateien automatisch im
config-Ordner an.
Die wichtigsten Dateien sind services.yaml, bookmarks.yaml, widgets.yaml und settings.yaml. Du bearbeitest sie direkt im gemounteten Ordner; Änderungen werden in der Regel ohne Neustart übernommen.
Dienste eintragen
In der services.yaml gruppierst du deine Anwendungen in Blöcke. Ein Eintrag besteht aus Name, Beschreibung und Link, zum Beispiel:
- Meine Cloud:href: https://cloud.meine-domain.dedescription: Dateien und Kalender
Auf Wunsch hängst du einen widget-Block an, der per API-Schlüssel Live-Daten aus dem jeweiligen Dienst zieht. So siehst du auf einen Blick, was gerade los ist, ohne jeden Dienst einzeln zu öffnen.
Bookmarks und Infos
In der bookmarks.yaml legst du einfache Links ab, die keinen Status brauchen — Doku, externe Tools, dein Hosting-Login. Über widgets.yaml blendest du oben zusätzlich Info-Karten ein, etwa Datum, Wetter oder die Systemauslastung des Hosts. Das macht aus der reinen Linkliste ein echtes Cockpit.
Homepage oder Heimdall — was passt?
Die Entscheidung lässt sich knapp zusammenfassen:
- Heimdall: schnell eingerichtet, Konfiguration komplett per Klick, ideal als gepflegte Linksammlung.
- Homepage: mehr Einarbeitung über YAML, dafür aussagekräftige Widgets mit Live-Daten und feinere Kontrolle über das Layout.
Beide brauchen kaum Ressourcen und lassen sich jederzeit parallel testen. Da jeweils ein config-Verzeichnis alle Einstellungen hält, ist ein Umzug oder ein Backup unkompliziert — den Ordner sicherst du einfach per SFTP weg.
Praxis-Tipps für den Betrieb
Ein paar Dinge ersparen dir später Ärger:
- HTTPS davorschalten: Lege das Dashboard hinter einen Reverse Proxy, damit es über eine eigene Subdomain mit gültigem Zertifikat erreichbar ist statt nur über eine nackte IP samt Port.
- Zugriff einschränken: Ein Dashboard verrät die gesamte Struktur deiner Dienste. Stelle es nicht ungeschützt ins offene Netz, sondern sichere es ab oder beschränke es aufs Heimnetz beziehungsweise ein VPN.
- API-Schlüssel sparsam vergeben: Widgets brauchen Zugangsdaten zu deinen Diensten. Nutze, wo möglich, Tokens mit eingeschränkten Rechten und lege sie nur in der Konfigurationsdatei auf dem Server ab.
- Config sichern: Versioniere deine YAML-Dateien oder kopiere sie regelmäßig weg — so ist ein verkonfiguriertes Dashboard in Minuten wiederhergestellt.
Mit Nytrix umsetzen
Beide Dashboards brauchen eine Umgebung, in der du Docker frei nutzen kannst — genau dafür ist ein vServer bei Nytrix gemacht. Du bekommst vollen Root-Zugriff per SSH, SSD/NVMe-Speicher und 5 TB Traffic pro Monat inklusive; Docker ist mit aktiviertem Nesting und keyctl vorbereitet. Der BASIC-4 startet bei 9,99 EUR im Monat mit eigener IPv4, neu installieren kannst du wahlweise Debian 12 oder Ubuntu 24.04. Wer nur testen will, fängt mit dem No-IP-Tarif ab 1,99 EUR an (4 vCore, 4 GB RAM, 40 GB) — hier läuft der Zugriff über eine geteilte Subdomain mit automatischem HTTPS via Caddy, ganz ohne eigene IP. Alles ist Prepaid und ohne Mindestlaufzeit, DDoS-Schutz ist bei jedem Tarif dabei.
Für Backups deiner config-Ordner bietet sich der separate FTP Storage an (ab 2,99 EUR pro TB im Monat, FTP/FTPS/SFTP, Standort Nürnberg). Brauchst du für dein Dashboard eine eigene Domain mit sauberen DNS-Einträgen, findest du sie über die Domain-Verwaltung — .de gibt es ab 5,99 EUR im Jahr inklusive WHOIS-Schutz. Und falls du gleich weitere Dienste self-hosten willst, die gut auf so ein Dashboard passen, schau dir Vaultwarden oder Gitea an.