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Self-Hosting

Immich selbst hosten — die Google-Fotos-Alternative für dein eigenes Backup

Aktualisiert 01.06.2026 5 Min. Lesezeit

Warum Immich statt Google Fotos?

Immich ist eine quelloffene Foto- und Video-Verwaltung, die du auf deinem eigenen Server betreibst. Oberfläche und Handy-Apps erinnern bewusst an Google Fotos: automatisches Backup vom Smartphone, Zeitleiste, Alben, Suche und Gesichtserkennung. Der Unterschied liegt darin, wo deine Bilder landen — nämlich nicht bei einem Konzern, sondern auf Speicher, den du kontrollierst. Keine Abo-Falle, kein stilles Auswerten deiner Aufnahmen, kein Upload-Limit außer deiner Festplatte.

Ein Hinweis vorweg: Immich entwickelt sich schnell und bezeichnet sich selbst noch nicht als endgültig stabil. Im Alltag läuft es bei vielen zuverlässig — trotzdem gilt die eiserne Regel weiter unten: Behandle Immich nie als einzige Kopie deiner Fotos.

Was du dafür brauchst

Immich besteht aus mehreren Diensten (Server, Machine-Learning, PostgreSQL, Redis) und wird als Container-Paket ausgeliefert. Du brauchst also einen Server mit Docker. Ein vServer mit Root-Zugriff passt ideal, weil du dort frei installierst und genug Leistung für die Bildanalyse hast.

Faustregel: mindestens 4 GB RAM, mehr ist besser, sobald die Gesichtserkennung arbeitet. Zwei oder mehr CPU-Kerne beschleunigen das Erkennen und das Umwandeln von Videos spürbar. Beim Speicher kalkulierst du großzügig — dazu unten mehr.

Immich per Docker Compose installieren

Auf einem frischen Debian oder Ubuntu installierst du zuerst Docker. Danach legst du ein Verzeichnis an und holst dir die offiziellen Vorlagen:

In der Datei .env setzt du zwei Dinge: UPLOAD_LOCATION (den Pfad, unter dem deine Originale liegen) und ein sicheres DB_PASSWORD. Danach startest du den Stack:

Sobald die Container laufen, erreichst du die Weboberfläche unter http://SERVER-IP:2283 und legst dein Admin-Konto an. Für den öffentlichen Betrieb solltest du einen Reverse Proxy mit HTTPS davorsetzen, damit der Zugriff verschlüsselt läuft.

Fotos und Videos vom Handy sichern

Installiere die Immich-App für Android oder iOS, trage die Adresse deines Servers ein und melde dich an. In den Einstellungen wählst du die Alben aus, die automatisch gesichert werden sollen — meist die Kamerarolle. Ab dann lädt das Handy neue Aufnahmen im Hintergrund hoch, wahlweise nur im WLAN. Eine bereits vorhandene Bibliothek kannst du in einem Rutsch hochladen; je nach Menge dauert der erste Durchlauf eine Weile.

Gesichtserkennung — komplett lokal

Die Erkennung von Gesichtern und Objekten übernimmt ein eigener Machine-Learning-Container, der auf deinem Server rechnet. Es gehen also keine Bilder an einen externen Dienst. Immich gruppiert erkannte Personen, denen du Namen geben kannst, und macht deine Sammlung durchsuchbar — etwa nach Orten oder Bildinhalten. Der erste Durchlauf über eine große Bibliothek kostet Rechenzeit und RAM, danach läuft die Analyse nur noch für neue Uploads. Ist dein Arbeitsspeicher knapp bemessen, rüstest du ihn beim vServer per Hot-Plug nach.

Wie viel Speicher brauche ich?

Der große Posten sind deine Originale. Als grobe Orientierung: Handyfotos liegen oft bei 3 bis 6 MB, Videos verschlingen ein Vielfaches. Rechne zusätzlich Platz für Vorschaubilder und umgewandelte Videos ein — plane lieber mit Reserve. Eine Familienbibliothek aus mehreren Jahren landet schnell im hohen zwei- bis dreistelligen Gigabyte-Bereich.

Wird der Server-Speicher knapp, ist ein separater FTP Storage praktisch: 200 GB bis 5 TB frei wählbar für 2,99 EUR pro TB im Monat, erreichbar per FTP, FTPS oder SFTP. Das eignet sich als Ablage und vor allem als Backup-Ziel.

Backups nicht vergessen

Immich ist keine Sicherung, sondern deine aktive Bibliothek. Fällt der Datenträger aus, sind ohne Kopie alle Fotos weg. Zwei Dinge musst du regelmäßig sichern: das Upload-Verzeichnis (deine Originale) und die PostgreSQL-Datenbank (Alben, Personen, Metadaten). Die Datenbank legst du mit einem pg_dump ab, die Dateien spiegelst du etwa per rsync oder SFTP weg. Ein Cronjob, der beides nächtlich auf den FTP Storage schiebt, reicht für den Anfang. Wer es bequemer mag, bucht beim vServer optional das Smart Backup für 2,50 EUR einmalig hinzu.

Mit Nytrix umsetzen

Für Immich brauchst du Root und Docker — genau das bietet der vServer von Nytrix. Docker ist mit aktiviertem Nesting und keyctl vorbereitet, du installierst per SSH frei drauflos und hast eine KVM-Konsole zur Hand, falls einmal etwas klemmt. Neu aufsetzen kannst du jederzeit mit Debian 12 oder Ubuntu 24.04. CPU und RAM lassen sich per Hot-Plug nachrüsten, wenn die Gesichtserkennung mehr Leistung verlangt.

Den Einstieg gibt es ab 1,99 EUR im Monat mit dem No-IP-Tarif (4 vCore, 4 GB RAM, 40 GB SSD) über eine geteilte Subdomain — gut zum Ausprobieren. Für eine wachsende Mediathek mit eigener IPv4 greifst du zu BASIC-4 (9,99 EUR), BASIC-6 (17,00 EUR) oder BASIC-8 (25,50 EUR). Alle Tarife bringen 5 TB Traffic im Monat und den Voxility-DDoS-Schutz mit. Als Backup-Ziel hängst du den FTP Storage daneben. Abgerechnet wird bei Nytrix per Prepaid-Guthaben, ohne Mindestlaufzeit und ohne Vertragsbindung. Wenn du beim Selbsthosten Geschmack findest, schau dir im Blog auch die anderen Anleitungen an.

#Immich #Docker #Selfhosting #vServer #Foto-Backup

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