Eine Mediensammlung wächst leise vor sich hin: ein paar Tausend Urlaubsfotos, die Videos vom letzten Familienfest, gescannte Dokumente, dazu RAW-Dateien, die jeweils mehrere Dutzend Megabyte fressen. Irgendwann ist die externe Festplatte voll, liegt unbeschriftet in der Schublade und niemand weiß mehr, was wo ist. Ein zentrales Medien-Archiv auf Cloud-Storage löst das Problem: ein Ort, von überall erreichbar, mit klarer Struktur und ohne Angst vor dem nächsten Plattendefekt. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du so ein Archiv aufbaust.
Warum Cloud-Storage statt Festplatte
Eine einzelne Festplatte hat zwei grundsätzliche Schwächen: Sie kann ausfallen, und sie ist nur dort, wo sie gerade steckt. Cloud-Storage entkoppelt deine Daten vom Gerät. Du lädst einmal hoch und greifst danach vom Laptop, vom Handy oder direkt von einem Server darauf zu. Wichtig ist die richtige Erwartung: Cloud-Storage ist kein Selbstläufer-Backup, sondern erst einmal ein zweiter Ablageort. Die bewährte Faustregel bleibt die 3-2-1-Strategie: drei Kopien deiner wichtigen Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Der Cloud-Speicher ist dabei idealerweise die Kopie außer Haus, nicht dein einziges Original.
Der FTP Storage von Nytrix ist genau dafür gebaut: 2,99 EUR pro Terabyte und Monat, frei wählbar von 200 GB bis 5 TB, Standort Nürnberg (DE). Zugriff läuft per FTP, FTPS oder SFTP. Du zahlst nur, was du buchst, und kannst den Speicher mitwachsen lassen.
Eine Ordnerstruktur, die in zwei Jahren noch Sinn ergibt
Die häufigste Ursache für ein unbrauchbares Archiv ist nicht zu wenig Platz, sondern Chaos. Lege die Struktur fest, bevor du die erste Datei hochlädst, und halte dich dann eisern daran. Bewährt hat sich eine flache Hierarchie nach Typ und Jahr:
/fotos/2024/2024-06_kroatien//fotos/2025/2025-01_winterurlaub//videos/2024/familienfest//dokumente/scans//raw/2025/(Originaldateien getrennt von exportierten JPEGs)
Drei Regeln tragen weit: Erstens Datum im Format JJJJ-MM voranstellen, dann sortiert alles automatisch chronologisch. Zweitens keine Umlaute, Leerzeichen oder Sonderzeichen in Ordner- und Dateinamen, das spart Ärger bei FTP-Clients und beim späteren Einbinden in Software. Statt Grillen im Garten also grillen-im-garten. Drittens RAW-Originale und fertige Exporte trennen, damit du beim Aufräumen nie versehentlich das Original löschst.
Zugriff per FTP und SFTP einrichten
Für den Upload brauchst du einen FTP-Client. Bewährt und kostenlos sind FileZilla (Windows, macOS, Linux) und WinSCP (Windows). Nutze nach Möglichkeit immer die verschlüsselten Varianten FTPS oder SFTP statt des alten, unverschlüsselten FTP, dann gehen deine Zugangsdaten und Dateien nicht im Klartext über die Leitung.
Die Verbindungsdaten (Host, Benutzer, Port) findest du nach der Buchung in deinem Dashboard. Im Client trägst du sie ein, wählst als Protokoll SFTP und verbindest dich. Danach ziehst du Ordner einfach per Drag-and-drop von links (dein Rechner) nach rechts (der Storage).
Wer lieber das Terminal nutzt, kommt mit Bordmitteln aus. Ein ganzes Verzeichnis lädst du rekursiv hoch mit:
scp -r ~/Bilder/2025 benutzer@dein-host:/fotos/2025
Für regelmäßige Uploads, bei denen nur neue oder geänderte Dateien übertragen werden sollen, ist rsync über SFTP die effizientere Wahl:
rsync -avz --progress ~/Bilder/ benutzer@dein-host:/fotos/
Das -a erhält Zeitstempel und Struktur, -z komprimiert während der Übertragung, und beim zweiten Lauf wird nur noch die Differenz hochgeladen, nicht die komplette Sammlung. So bleibt dein Archiv mit wenig Aufwand aktuell.
Große Uploads im Griff behalten
Beim ersten Befüllen mit mehreren Hundert Gigabyte gibt es ein paar Stolpersteine. Eine Verbindung kann abbrechen, dein Rechner geht in den Ruhezustand, oder die Uploadrate deines Anschlusses bremst. Plane den Erst-Upload deshalb realistisch: Bei einer typischen Heim-Upload-Geschwindigkeit dauert ein Terabyte schnell ein bis zwei Tage. Starte große Übertragungen über Nacht, und verhindere den Ruhezustand deines Gerätes für die Dauer.
Der große Vorteil von rsync kommt hier zum Tragen: Bricht die Verbindung ab, setzt ein erneuter Aufruf einfach dort fort, wo es aufgehört hat, statt von vorne zu beginnen. Lade außerdem zuerst die wirklich unersetzlichen Daten hoch (Originalfotos, Videos von Ereignissen), die leicht wiederherstellbaren Dinge können warten.
Kombination mit Jellyfin und Immich
Ein Archiv ist gut, aber Fotos und Videos will man auch anschauen. Hier kommen zwei beliebte, selbst gehostete Open-Source-Anwendungen ins Spiel. Jellyfin ist ein Medienserver für Filme, Serien und Musik mit Apps für Smart-TV, Handy und Browser. Immich ist eine Foto- und Video-Verwaltung mit Zeitleiste, Gesichtserkennung und Alben, optisch und funktional vergleichbar mit klassischen Foto-Clouds, nur unter deiner eigenen Kontrolle.
Beide laufen am besten auf einem eigenen Server. Mit einem vServer von Nytrix hast du vollen Root-Zugriff per SSH, Docker ist vorbereitet (Nesting und Keyctl sind aktiviert), und du installierst Jellyfin oder Immich bequem als Container. Das Muster in der Praxis: Der vServer betreibt die Anwendung und hält die Datenbank sowie Vorschaubilder lokal auf schnellem NVMe, während die großen Originaldateien auf dem FTP Storage liegen. So bleibt der Server schlank, und der günstigere Speicher übernimmt die Masse. Die Anbindung des Storage an den Server richtest du je nach Anwendung über deren Konfiguration ein, etwa als zusätzliches Speicherziel.
Wer Immich nur zur reinen Sicherung der Handy-Fotos nutzt, kann auch klein anfangen und später erweitern. Wer eine große Filmsammlung mit Jellyfin streamen will, profitiert von der Trennung zwischen Rechenleistung auf dem vServer und Massenspeicher auf dem Storage.
Skalierung von 200 GB bis 5 TB
Der Speicherbedarf wächst mit der Zeit, selten umgekehrt. Gut, dass du nicht von Anfang an das Maximum buchen musst. Eine grobe Orientierung, was wohin passt:
- 200 bis 500 GB: Foto-Archiv vom Handy plus einige Videos, für die meisten Einsteiger ein guter Start.
- 1 bis 2 TB: Fotos in voller Auflösung samt RAW-Dateien, dazu eine wachsende Videosammlung.
- 3 bis 5 TB: Umfangreiche Film- und Serienbibliothek für Jellyfin oder ein Familien-Archiv mit mehreren Quellen.
Beim FTP Storage rechnest du linear: 2,99 EUR pro Terabyte und Monat. 2 TB kosten also rund 5,98 EUR im Monat. Da Nytrix auf Prepaid setzt, ohne Mindestlaufzeit und ohne Vertragsbindung, bindest du dich nicht. Du lädst Guthaben auf, buchst den passenden Umfang und passt ihn an, wenn die Sammlung wächst. Praktisch für geteilte Inhalte ist der CDN-Modus: Damit kannst du einzelne Dateien öffentlich ausliefern, etwa um einen Videolink an die Familie zu schicken, ohne Zugangsdaten herauszugeben.
Mit Nytrix umsetzen
Für das reine Archiv reicht der FTP Storage: ab 200 GB bis 5 TB frei wählbar, 2,99 EUR pro Terabyte und Monat, Zugriff per FTP, FTPS und SFTP, optionaler CDN-Modus zum öffentlichen Ausliefern, Standort Nürnberg in Deutschland. DDoS-Schutz ist wie bei allen Tarifen inklusive, der Login läuft über Enjyn Auth mit 2FA.
Willst du deine Medien nicht nur ablegen, sondern mit Jellyfin oder Immich auch komfortabel durchstöbern, kombiniere den Storage mit einem vServer. Voller Root-Zugriff per SSH, SSD/NVMe, 5 TB Traffic pro Monat inklusive, Docker mit aktiviertem Nesting und Keyctl. Die Tarife mit eigener IPv4 starten bei BASIC-4 für 9,99 EUR, und CPU sowie RAM lassen sich per Hot-Plug nachrüsten, wenn deine Bibliothek wächst. So entsteht ein Medien-Setup, das dir gehört, in deutschen und niederländischen Rechenzentren liegt und genau so groß ist, wie du es brauchst. Weitere Anleitungen findest du im Nytrix-Blog.