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Storage

Daten mit rclone synchronisieren — automatische Cloud-Backups einrichten

Aktualisiert 04.06.2026 7 Min. Lesezeit

Warum rclone?

rclone ist ein freies Kommandozeilen-Werkzeug, mit dem du Dateien zwischen deinem lokalen System und über 70 Speicher-Backends abgleichst — darunter ganz klassisch FTP, FTPS und SFTP. Das macht es zum idealen Begleiter, wenn du regelmäßig Backups auf einen externen Speicher schieben willst, ohne dich an einen proprietären Client zu binden. Einmal eingerichtet, läuft der Abgleich vollautomatisch im Hintergrund.

In diesem Artikel richten wir einen Remote ein, klären den wichtigen Unterschied zwischen sync und copy, testen gefahrlos mit --dry-run, automatisieren das Ganze per Cron und verschlüsseln die abgelegten Daten zusätzlich mit crypt.

rclone installieren

Auf den meisten Linux-Systemen geht die Installation in einer Zeile über das offizielle Skript:

curl https://rclone.org/install.sh | sudo bash

Alternativ liegt rclone in vielen Paketquellen (z. B. apt install rclone unter Debian/Ubuntu). Ob alles passt, prüfst du mit rclone version. Auf einem vServer mit Root-Zugriff hast du hier freie Hand — installiere die jeweils aktuelle Version vom Hersteller, die ist meist neuer als die der Distribution.

Einen FTP- oder SFTP-Remote konfigurieren

Ein "Remote" ist in rclone-Sprache einfach ein benanntes Ziel. Den interaktiven Assistenten startest du mit:

rclone config

Du wählst n für einen neuen Remote, vergibst einen Namen (z. B. backup) und suchst aus der Liste den passenden Typ — ftp oder sftp. Anschließend fragt der Assistent Host, Benutzer, Port und Passwort ab. Für SFTP ist der Standard-Port 22, für FTP 21.

Wer keinen Assistenten mag, kann den Remote auch direkt in die Konfigurationsdatei schreiben. Sie liegt unter ~/.config/rclone/rclone.conf und sieht für SFTP etwa so aus:

[backup]
type = sftp
host = dein-host
user = dein-benutzer
port = 22

Ein guter Test direkt nach dem Anlegen: rclone lsd backup: listet die Ordner im Wurzelverzeichnis. Kommt eine Liste zurück, steht die Verbindung. Als Backup-Ziel eignet sich der FTP Storage von Nytrix gut — er spricht FTP, FTPS und SFTP und steht im Rechenzentrum in Nürnberg.

sync vs. copy — der entscheidende Unterschied

Diese beiden Befehle sehen ähnlich aus, verhalten sich aber grundverschieden. Wer sie verwechselt, löscht im schlimmsten Fall Daten, die er behalten wollte.

Ein typischer Kopier-Lauf sieht so aus:

rclone copy /var/www backup:webroot

Für einen echten Spiegel nutzt du stattdessen sync:

rclone sync /var/www backup:webroot

Faustregel: Solange du dir unsicher bist, nimm copy. sync erst dann, wenn du genau verstanden hast, dass es im Ziel löscht.

Erst testen mit --dry-run

Bevor du einen Befehl scharf schaltest — besonders sync — lass ihn mit --dry-run trocken laufen. rclone zeigt dann nur an, was es tun würde, ohne eine einzige Datei anzufassen:

rclone sync /var/www backup:webroot --dry-run

In der Ausgabe siehst du, welche Dateien kopiert und — bei sync — welche gelöscht würden. Sieht die Liste plausibel aus, entfernst du --dry-run und führst den Befehl echt aus. Für mehr Einblick während des Laufs hilft -v (verbose) oder --progress für eine Fortschrittsanzeige in Echtzeit.

Backups per Cron automatisieren

Ein Backup, an das du jeden Tag selbst denken musst, ist kein gutes Backup. Mit cron läuft es zuverlässig im Hintergrund. Die Crontab öffnest du mit crontab -e und trägst eine Zeile ein, etwa für einen täglichen Lauf um 3 Uhr nachts:

0 3 * * * /usr/bin/rclone copy /var/www backup:webroot --log-file /var/log/rclone.log

Ein paar Hinweise aus der Praxis:

Hast du keinen Root-Server, sondern ein Webhosting-Paket, kannst du Cronjobs bequem im KeyHelp-Panel anlegen — praktisch, um regelmäßig einen Datei- und Datenbank-Abzug zu sichern.

Backups verschlüsseln mit crypt

Wenn deine Daten auf einem entfernten Speicher liegen, willst du sie idealerweise so ablegen, dass dort niemand den Klartext lesen kann. Dafür gibt es in rclone den crypt-Remote: Er legt sich als Schicht über einen bestehenden Remote und verschlüsselt sowohl Dateiinhalte als auch optional die Dateinamen — clientseitig, bevor irgendetwas das System verlässt.

Du legst dazu im rclone config einen weiteren Remote vom Typ crypt an und gibst als Ziel den vorhandenen Remote an, etwa backup:verschlüsselt. rclone fragt nach einem Passwort und einem optionalen Salt. Diese beiden Werte musst du sicher aufbewahren — ohne sie sind die Daten nicht mehr zu entschlüsseln, auch von dir nicht. Ein Passwort-Manager ist der richtige Ort dafür, nicht eine Textdatei neben dem Backup.

Danach arbeitest du ganz normal gegen den crypt-Remote:

rclone copy /var/www crypt:

rclone verschlüsselt im Vorbeigehen und schiebt die Daten an das dahinterliegende Ziel. Auf dem Speicher landen nur unleserliche Dateien.

Mit Nytrix umsetzen

Für die Backup-Ablage eignet sich der FTP Storage von Nytrix: ab 2,99 EUR pro TB im Monat, frei wählbar zwischen 200 GB und 5 TB, erreichbar per FTP, FTPS und SFTP — also genau die Protokolle, die rclone unterstützt. Der Speicher steht im Rechenzentrum NorthC in Nürnberg (DE) und lässt sich optional im CDN-Modus betreiben, um Dateien öffentlich auszuliefern.

Die rclone-Läufe selbst lasse einfach von der Quelle aus starten. Auf einem vServer hast du vollen Root-Zugriff per SSH und kannst rclone plus Cron frei einrichten — der No-IP-Tarif beginnt bei 1,99 EUR (4 vCore, 4 GB RAM, 40 GB), die BASIC-Tarife mit eigener IPv4 ab 9,99 EUR. Inklusive sind 5 TB Traffic pro Monat und der DDoS-Schutz über Voxility-Filterung. Wer ein Webhosting-Paket betreibt, kann den rclone-Cronjob für Datei- und Datenbank-Sicherungen im KeyHelp-Panel hinterlegen. Bei Nytrix läuft alles prepaid, ohne Mindestlaufzeit und ohne Vertragsbindung — du lädst Guthaben auf und buchst, was du brauchst. Weitere Anleitungen findest du im Nytrix-Blog.

#rclone #Backup #Cron #SFTP #Verschlüsselung

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