Was Swap überhaupt macht
Geht der Arbeitsspeicher aus, lagert Linux selten genutzte Speicherbereiche auf die Festplatte aus. Das ist deutlich langsamer als RAM — aber die Alternative ist schlimmer: Ohne Swap greift der OOM-Killer ein und beendet den Prozess mit dem größten Speicherbedarf. Das ist oft genau die Datenbank, auf die es ankommt.
Prüfen, was vorhanden ist
free -h
swapon --show
Bleibt die zweite Ausgabe leer, gibt es keinen Swap.
Swap-Datei anlegen
Eine Datei ist flexibler als eine eigene Partition und lässt sich jederzeit vergrößern:
fallocate -l 2G /swapfile
chmod 600 /swapfile
mkswap /swapfile
swapon /swapfile
Die Rechte sind kein Detail: Eine für alle lesbare Swap-Datei gibt Speicherinhalte preis.
Dauerhaft aktivieren
Nach einem Neustart wäre der Swap sonst weg. Ergänze in /etc/fstab:
/swapfile none swap sw 0 0
Wie groß?
Die alte Regel „doppelter Arbeitsspeicher" stammt aus einer Zeit mit 512 MB RAM. Heute gilt eher:
- Bis 4 GB RAM: etwa gleich viel Swap
- 4 bis 16 GB RAM: 2 bis 4 GB Swap
- Darüber: 4 GB reichen meist als Sicherheitsnetz
Swap ersetzt keinen Arbeitsspeicher. Wer dauerhaft auslagert, sollte aufrüsten — Swap ist ein Puffer für Spitzen, keine Dauerlösung.
swappiness anpassen
Der Wert steuert, wie früh Linux auslagert. Standard ist oft 60, was für Server früh ist. Für Datenbanken und Anwendungsserver ist ein niedrigerer Wert besser:
sysctl vm.swappiness=10
Dauerhaft in /etc/sysctl.conf mit vm.swappiness=10. Der Server nutzt dann erst den RAM aus, bevor er auslagert.
Ein Hinweis zu Containern
In manchen Container-Umgebungen lässt sich Swap nicht selbst einrichten, weil der Kernel vom Host kommt. Schlägt swapon mit einer Fehlermeldung fehl, ist das kein Konfigurationsfehler bei dir — dann greift die Speicherbegrenzung des Hosts, und Aufrüsten ist der einzige Weg.